Hallo liebe Leserinnen und Leser,
seit Ende der letzten Woche ist meine Arbeit als Volontaer "offiziell" beendet, und ich habe nun noch fuer die restliche Zeit die Moeglichkeit, zu reisen und einige Eindruecke des Landes zu sammeln. Die zwei Orte, die ich mir dafuer ausgesucht habe, sind zunaechst einmal der Titicacasee, der an der Grenze zu Bolivien auf ueber 4000 Metern ueber Meereshoehe throhnt, und nun Arequipa + der Cañon de Colca.
Am Lago Titicaca habe ich mich dagegen entschieden, die nach Erfahrungsberichten sehr touristischen und vollen schwimmenden Schilfinseln zu besuchen, sondern erst auf der Halbinsel Capachica zu uebernachten, um dann am naechsten Tag auf die vom Festland knapp vier Stunden entfernte Insel Amantaní zu gelangen.
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| Ueberfahrt im kleinen Boot |
Dort lebte ich fuer zwei Tage in einer Familie, die ein sehr einfaches Leben fuehrt. Die Besonderheit an dieser Insel ist, dass sie nicht touristisch ausgeschlachtet wird, sondern man wirklich einfach direkt den Lebensstil der Familien hautnah erleben kann. Fuer mich war das sehr interessant, gerade wenn man versucht, zu vergleichen, wie die Menschen nach westlichen Standards leben.
Hier wird auch als Tourist im taeglichen Leben mitgeholfen. So baute ich gemeinsam mit Florentino, dem Herr des Hauses, am ersten Tag eine Mauer, damit die Ziegen nicht ausreissen, spaeter holten wir sie dann zusammen vom Feld.
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| Die Unterkunft aus Lehm und Schilfrohren |
Am naechsten Tag ging es hinunter zum Strand, wo nach Florentinos Vorstellung in naher Zukunft bald seine Zwiebeln wachsen sollen. Dafuer muss natuerlich erst einmal das ganze Areal von Steinen befreit und vorbereitet werden, sowie passende Steine zur Abtrennung angeschleppt werden. Es war eine wirklich schweisstreibende Arbeit, zumal es in der Nachmittagssonne echt heiss wird! Abends half ich dann noch bei der Zubereitung des Essens, ehe man dank der kaum vorhandenen Lichtquellen am Boden einen wunderschoenen Sternenhimmel beobachten konnte.
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| Hier sollen bald Zwiebeln wachsen - es ist noch ein langer Weg! |
Hier sind noch einige Impressionen vom Titicacasee selbst; Es ist unvorstellbar schoen dort, um es kurz zu fassen. Vor allen Dingen die Naturbelassenheit der Halbinsel Capachica sowie Amantanís sind einzigartig.
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| Sonnenaufgang auf Capachica |
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| Verarbeitungsprozess von Quinua |
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| Frisch eingeholte Fische am Strand |
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| Die Tonne war Unterhaltungsgegenstand Nummer 1 fuer die Kinder! |
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| Gleich auf Platz Nummer 2 war der kleine Vogel, den wir eingefangen hatten. |
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| Ein klassisches Abendessen: Gemuesesuppe, dazu Kartoffeln, Kaese und Tomaten |
Nach knapp sechs Stunden Busfahrt kam ich abends in Arequipa an, heute habe ich mir die Stadt angeschaut. Der Plaza de Armas wird foermlich von der riesig prunkenden Kathedrale beherrscht, Die Kolonialstadt ist fast ausschliesslich aus "sillar", weissem Vulkangestein gebaut und bietet im Stadtkern malerische Anblicke.
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| La Catedral |
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| Der "El Misti" - einer von Arequipas Vulkanen |
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| Weisses Vulkangestein auch bei dieser etwas kleineren Kirche |
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| Auf der Stadtrundfahrt kamen wir auch zu Lamas, Alpaca und Vikunja |
Faehrt man jedoch ein wenig ausserhalb des Zentrums, erwarten einen unfertige, heruntergekommene Vororte, die den Anschein erwecken, als wuerde von den Touristenmassen kein einziger Cent dort ankommen.
Im Zuge der Stadtrundfahrt hielten wir auch noch bei der Casa del Fundador, die einen klasse Einblick in das vornehme Leben frueherer Jahre gibt.
Als Abschluss der Stadttour besuchte ich das Kloster Santa Catalina, das unglaublich viel Flaeche einnimmt, es bildet sozusagen eine abgeschlossene Stadt in der Stadt. Sowohl die Anlage selbst vom Eindruck, als auch der religioese Aspekt dieses Komplexes haben mich sehr beeindruckt, und so bin ich froh, den etwas hohen Eintrittspreis bezahlt zu haben.
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| Einfache Kammer einer Nonne |
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| Der Grundriss des Klosters |
Jetzt gleich, um drei Uhr nachts, werde ich dann von einem Minibus abgeholt und es geht in Richtung Cañon de Colca, welcher der zweittiefste Canyon der Welt ist (gleich nach dem Cañon de Cotahuasi, der einige Stunden weiter entfernt ist).
Von dort berichte ich Euch noch, bevor es dann wieder in Richtung Heimat geht!
Bis bald,
Euer Pascal
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